8 Tipps bei Reizdarm & Unverträglichkeiten

Reizdarm und Co. sind äußerst belastend. Ich war selbst lange Zeit davon betroffen, hatte ständig einen großen Blähbauch und was ich auch aß, ich schien fast nichts mehr zu vertragen.Ich habe mich durch unzählige Lebensmittellisten gekämpft: Histamin, Laktose, Fructose, Gluten, FODMAP… Das Ergebnis war immer das selbe. Ich schaffte es einfach nicht, die strikte und und emotional belastende Diät lange aufrecht zu erhalten zumal auch die Einschränkungen zu keiner deutlichen Besserung führten. Schlussendlich war ich ob der vielen unterschiedlichen Empfehlungen total verwirrt. Standen Tomaten auf der letzten Liste oder durfte ich sie gemäß der neuen Liste nicht essen? Mein Essverhalten war von Listen und „darf ich“, „darf ich nicht“ und schwarz-weiss Denken geprägt.

Hatte ich einmal einen überaus starken Blähbauch, war mir alles egal und ich aß, was sonst verboten war. Es war ein unheimlicher Leidensdruck. Ich wollte nicht mehr schwimmen gehen, versuchte immer, den Bauch einziehen und fing schnell zu weinen an, wenn mich jemand auf meine Beschwerden oder mein eingeschränktes Lebensmittelangebot ansprach. Es war furchtbar. Alle Ratgeber dieser Welt und auch unterschiedlichste Untersuchungen konnten mir nicht weiterhelfen. Die Koloskopie ergab keine Ergebnisse und auch mit meinem Magen schien alles in Ordnung zu sein.

Eine Stuhluntersuchung bei einem Fachexperten ergab eine Fehlbesiedlung meines Darms. Das schien nicht weiter verwunderlich: Mit jeder neuen Lebensmittelliste hatte ich meine Ernährung stark eingeschränkt. Von ausgewogener Ernährung konnte nicht mehr die Rede sein. Meine guten Darmbakterien (und die sind sehr wichtig für die Darmgesundheit!) hatten einfach kein gutes „Futter“ mehr. Mein Stress und Leidensdruck machten nicht nur mir sondern auch den Darmbakterien das Leben zusätzlich schwer. Die freundlichen Mitbewohner lieben eine ausgewogene, ausgeglichene Stimmung, brauchen Ballaststoffe zum Überleben und haben eine Abneigung gegen anhaltenden Stress oder Anspannung. Nachdem sich meine freundlichen Darmbakterien nach und nach aus dem Staub machten, haben sich die unfreundlichen Darmbakterien eingenistet. Das habe ich mit Diäthalten und der eingeschränkten Lebensmittelauswahl begünstigt.

Also habe ich beschlossen, etwas zu verändern. Nach Rücksprache mit einem spezialisierten Arzt, habe ich begonnen meinen Darm wieder aufzubauen** Um mich von meinem Leidensdruck und dem eingeschränkten Essen zu befreien, habe ich beschlossen, alle gängigen Ernährungsemfehlungen und Lebensmittellisten über Board zu werfen. Schluss mit der Quälerei!

Das Ergebnis: Nach wenigen Monaten ging es meinem Darm gut. Ich lebe aktuell beschwerdefrei und höre stark auf die Nachricht, die mir mein Körper gibt. Ich merke nun, wenn mir etwas nicht guttut: Blähungen, Durchfall, Hautveränderungen, Stimmung, Völlegefühl etc.

Denke bitte immer daran: Die Verträglichkeit von Nahrungsbestandteilen ist sehr individuell. Die meisten Menschen schränken sich mit strikten Verboten und Diäten stark ein und beginnen, auf Gluten, Weizen, Milch etc. komplett zu verzichten. Das ist in den meisten Fällen gar nicht notwendig, kann zu Unterversorgung mit Nährstoffen führen und die Symptome verschlimmern. Der psychische Leidensdruck ist bei derartigen Einschränkungen ebenfalls sehr hoch.

TIPPS.

  1. Beginne damit, ein Tagebuch über dein Befinden, deine Symptome & dein Essverhalten zu führen. Es soll kein! Ernährungstagebuch werden, indem du die Kalorien notierst, sondern eine Hilfestellung, um deinen Symptomen auf den Grund zu gehen. Mehr Tipps zum Führen eines derartigen Tagebuches, findest du bei meiner Kollegin Yvonne: https://kostbar-coaching.de/2020/01/29/sinn-und-unsinn-von-ernaehrungstagebuechern/
  2. Analysiere deine Einträge. Bist du oft angespannt? Hast du genug Ausgleich im Alltag oder hetzt du von Termin zu Termin? Hast du verstärkt Symptome nachdem du Schokolade gegessen hast? Isst du ausgewogen?
  3. Schluss mit dem schwarz-weiss Denken: Die Verträglichkeit von Lebensmitteln ist hoch individuell. Keine Liste kann dir sagen, was genau und wie viel du davon verträgst. In Schritt 2 hast du herausgefunden, welche Lebensmittel mit Symptomen verbunden sind. Teste nun deine Verträglichkeitsgrenze: Verträgst du eine ½ Scheibe Brot der Sorte XY? Wenn ja, dann kannst du die Menge schrittweise erhöhen, um deine Toleranz auszutesten. So habe ich herausgefunden, dass ich z.B. frische Tomaten vertrage, jene aus der Dose aber nicht. Ich habe auch herausgefunden, dass ich Dinkelbrot super vertrage, während Roggen- oder Weizenbrote zu einem Blähbauch führen.
  4. Probiere verschiedene Lebensmittel in unterschiedlicher Form (frisch, Dose, passiert, regional oder aus dem Ausland) und das zu unterschiedlichen Tageszeiten (morgens vs. abends)
  5. Führe Entspannungsmomente ein und reduziere deine Belastungen und Stressoren (Unzufriedenheit im Job, Konflikte, ständige Selbstkritik).
  6. Ändere deine Perspektive: Verzichtdenken führt zu innerem Widerstand und Frust. Es macht einen Unterschied ob du dir sagst „Na super, jetzt darf ich nie wieder Spaghetti essen“ oder ob du sagst, „ich will, dass es mir gut geht“. „Ich achte auf meinen Körper und seine Grenzen und gebe ihm das, was er braucht.“
  7. Hab Geduld: Das Austesten ist ein Prozess. Es kann Wochen aber auch einige Monate dauern. Aber ich verspreche dir, es lohnt sich und die Quälerei hört auf. In den meisten Fällen wirst du später wieder mehr Lebensmittel oder eine höhere Menge davon vertragen.
  8. Hole dir Hilfe von DiätologInnen – sie sind auf derartige Probleme spezialisiert. Ich kann dir folgende Diätologin empfehlen: Diätologie Eberharter. Sie ist kompetent und arbeitet sehr Patientenorientiert. Hier findest du sie: https://www.diaetologie-eberharter.at

SONSTIGES.

Mehr Infos zu dem Thema Unverträglichkeiten findest du in meiner Podcastfolge https://achtsam-essen.at/verdauung/. Ein wunderbarer Podcast, der sich mit Unverträglichkeiten beschäftigt, ist dieser hier: https://kostbar-coaching.de Dort findest du viele tolle Inputs und Anleitungen.

Auch den Blog von Schwitalla kann ich dir empfehlen: https://drschwitalla.com. Sie hat sich auf Reizdarm und Co. spezialisiert. Bei ihr bekommst du garantiert keine 0815 Tipps.

WICHTIG.

Bedenke bitte: Bitte führe Darmsanierungen und die Einnahme von Darmbakterien nur unter professioneller Begleitung (ÄrztInnen, DiätologInnen) durch. In Folge ist es wichtig, dass du deine Ernährung an deine Verträglichkeit anpasst. Sonst können sich die Darmbakterien bei dir nicht ansiedeln. Sobald du keine Darmbakterien mehr zuführst, wird sich die Anzahl der Bakterien sich wieder reduzieren und deine Beschwerden kommen zurück. Wenn du aber deine Ernährung umstellst, dich nach deinen Verträglichkeiten richtest und deine kleinen Mitbewohner gut versorgst, dann werden sie auch gerne bleiben. Das bedeutet auch, dass du Belastungen reduzieren und mehr auf dich achten musst.

Hinweis: Diese Tipps können keine ärztliche Untersuchungen ersetzten. Kläre bitte vorab körperliche Ursachen und Lebensmittelintoleranzen* ab. DiätologInnen sind Experten in Sachen Ernährung und unterstützen dich auf deinem Weg.

*Im Gegensatz zu Unverträglichkeiten sind Intoleranzen auf das Fehlen von Enzymen oder Transportproteinen zurückzuführen. Dein Körper kann bestimmte Bestandteile der Nahrung nicht abbauen. Laktoseintoleranz bedeutet zum Beispiel, dass dir ein Enzym fehlt. Nur weil du keine Laktoseintoleranz hast, heißt das aber nicht, dass du Laktose gut verträgst.

**Ich gehe nicht darauf ein wie, denn das solltest du in keinster Weise alleine, sondern nur unter Begleitung eines Spezialisten (ÄrztInnen, DiätologInnen) machen. Viele Produkte die es auf dem Markt gibt, bringen nichts und dienen nur der Geldmacherei.

Mit freundlicher Unterstützung von Diätologie Eberharter

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