Liebe Eltern,

bitte sprecht nicht mehr von gesunden oder ungesunden Lebensmitteln!

Kind mit Melone

Ausgewogen, viel Obst und Gemüse, wenig Zucker: So (oder so ähnlich) stellen wir uns eine gesunde Ernährung für unseren Nachwuchs vor. Aber häufig kollidieren die Vorlieben von Kindern mit unseren Vorstellungen von einem gesunden Essverhalten.

Mit Ernährungsregeln versuchen wir, den Speiseplan der kleinsten Familienmitglieder so gesund wie möglich zu gestalten: Doch Kontrolle und Gesundheitsfokus helfen unseren Kindern nicht, sich gesund zu ernähren. Das Gegenteil ist der Fall. Und deshalb: Es ist an der Zeit, das Thema völlig neu zu denken!

Ein sehr weit verbreiteter Mythos zum Thema gesunde Ernährung lautet: Kinder müssen wissen, was eine gesunde Ernährung ausmacht! Wir zeigen auf,  warum wir als Eltern gut daran tun, diese Haltung über Bord zu werfen – und warum es so wichtig ist, dass wir am Familien-Esstisch gelassen und vertrauensvoll agieren. Was dabei nicht fehlen darf: Eine Reihe von Tipps, die Sie ab sofort in Ihrem Familienalltag umsetzen können.

Obstschalen

Vielleicht ertappen Sie sich auch hin und wieder dabei, dass Sie sagen: „Iss bitte das Gemüse, das ist gesund für dich!“ Oder: „Die Linsen machen dich groß und stark!“ Hinzu kommt: In Kindergärten und Grundschulen ist die viel zitierte omnipräsent und Erzieherinnen sowie Lehrer wachen darüber, dass die Brotdose nur Gesundes enthält.

Aber wussten Sie, dass Experimente mit Grundschülern gezeigt haben, dass Kinder den Begriff „gesund“ mit „schmeckt mir eh nicht“ assoziieren? Denn als gesunde Lebensmittel bezeichnen wir meist die Speisen, die Kinder in der Regel nicht so gerne mögen. Das Gesunde wird aus Kinderperspektive mit Zwang und Bevormundung assoziiert – wir machen es ihnen also nicht schmackhaft, sondern genau das Gegenteil passiert: Die Kinder hören „Das ist gesund für dich!“ und entwickeln sofort eine innere Ablehnung.

Wenn wir uns wünschen, dass unsere Kinder ausgewogen essen, können wir dies nicht durch die Vermittlung von Ernährungswissen erzwingen.

Wie wäre es, wenn wir unseren Kindern zugestehen, dass sie selbst spüren dürfen, was ihnen guttut? Wenn wir als Eltern dafür Sorge tragen, dass sie aus einer bunten und schmackhaften Vielfalt von natürlichen Lebensmitteln frei und ungezwungen auswählen dürfen, was ihnen besonders gut schmeckt?

Unsere Tipps

  1. Sprechen Sie gegenüber Ihren Kindern nicht mehr von gesunden oder ungesunden Lebensmitteln. Wie wäre es, wenn es ab sofort bei Ihnen nur noch Lebensmittel gibt, die gut schmecken – oder eben nicht so gut?
  2. Versuchen Sie, Lebensmittel möglichst neutral anzusehen. Werten Sie die Tomaten nicht explizit auf oder die Schokolade explizit ab. Erst dann kann Ihr Kind entscheiden, was es braucht: Energie (Schokolade) oder Vitamine (Tomaten).
  3. Bieten Sie Vielfalt an und kochen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern, lassen Sie sie riechen, ausprobieren, matschen.- Es ist viel wichtiger, dass Kinder Lebensmittel mit allen Sinnen kennenlernen – ohne dass wir Erwachsene verstandsorientiert argumentieren, was denn nun gesund ist…und was nicht.
  4. Geben Sie der Sache eine Chance! Kinder kommen zur Welt und wissen nicht, dass die Tomate viele Vitamine hat und in der Schokolade Zucker steckt. Sie essen undogmatisch und mit Freude und vertrauen dabei auf ihre natürlichen Hunger- und Sättigungssignale. Das ist der Ernährungskompass, dem sie folgen. Je weniger wird werten und bevormunden, umso ungezwungener können Kinder am Esstisch entscheiden. Und wir wissen aus unserer Coaching-Erfahrung: Es ist keineswegs so, dass Kinder immer nur zur Schokolade greifen und der Tomate keinerlei Beachtung schenken…

Warum es sich lohnt – ein Aha-Moment:

„Unsere Jungs Valentin und Vitus, 4 und 2 Jahre alt, schauen am Wochenende zusammen einen Film. Mein Mann macht ihnen Popcorn. (Ja, wir wissen, dass wir für volle Aufmerksamkeit beim Essen eintreten, aber eben auch für ein undogmatisches Leben). Nach kurzer Zeit, inzwischen war schon etwas Popcorn im Bauch gelandet, läuft Valentin mit quengelndem Gesichtsausdruck in die Küche und sagt: „Maaaami, ich mag eine Karotte!“ Wenige Sekunden später kommt sein kleiner Bruder hinterhergestürzt und ruft: „Auch Karotte!“

 

Wenn Sie sich für eine vertrauensvolle Haltung und einen gelassenen Umgang am Esstisch entscheiden und auf Ihrem Weg Hilfe benötigen, Fragen haben oder uns einfach nur Ihre Gedanken zum Thema senden möchten – wir freuen uns!

Confidimus

Confidimus

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Cornelia Fiechtl Ernährungspsychologie, Besitzer: Cornelia Fiechtl (Firmensitz: Österreich), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
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